
Kanton Schwyz
In ausserordentlichen Lagen – etwa bei einem grossflächigen Stromausfall, bei Naturkatastrophen oder anderen schweren Ereignissen – kommen die hiesigen Kommunikationsnetze an ihre Grenzen. Mobilfunk- und Datennetze können ausfallen, und auch Behördenfunknetze wie Polycom verfügen nur über begrenzte Kapazitäten. Abhilfe verschaffen hier aber die Funkamateure.
Ihre Amateurfunkanlagen dienen dann als Back-up-Kommunikationsmittel. Diese Anlagen sind unabhängig von der kommerziellen Infrastruktur und können mit Batterien, Generatoren oder Solarenergie betrieben werden. Der kantonale Führungsstab hat deshalb eine Leistungsvereinbarung mit der Notfunkgruppe der USKA-Sektion Uri/Schwyz (HB9CF) abgeschlossen.
«Dieser Vorstoss stärkt die Vorsorge für den Krisenfall»
Eine überparteiliche Motion, die nun im Schwyzer Kantonsrat eingereicht wurde, will das Leben der wichtigen Amateurfunker einfacher machen. «Einfache Amateurfunkantennen sollen künftig per einfachem Meldeverfahren statt via aufwendige Baubewilligung genehmigt werden», fordert der politische Vorstoss. Denn damit der Auftrag erfüllt werden kann, müssen die Antennen dauerhaft installiert, betriebsbereit gehalten und regelmässig getestet werden. Eine Antenne kann nicht erst im Ereignisfall errichtet werden.
«Dieser Vorstoss stärkt die Vorsorge für den Krisenfall und baut zugleich unnötige Bürokratie ab», sagt dazu Mitunterzeichner Reto Keller (FDP, Einsiedeln). Der Bund ermöglicht ausdrücklich ein vereinfachtes Verfahren, und beispielsweise der Kanton Zug hat die Erleichterung bereits 2023 umgesetzt.
Umwelt- und Gesundheitsschutz bleibt gleich
In der Motion wird zudem betont, dass damit einzig das baurechtliche Verfahren geändert und vereinfacht würde: «Die Vorgaben der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung gelten unverändert.» Beim Umwelt- und Gesundheitsschutz würden also keine Abstriche gemacht. Die Grenzwerte würden bereits heute an jedem für Menschen zugänglichen Ort «um ein Mehrfaches» unterschritten.
Die Motion wurde unterzeichnet von Reto Keller (FDP, Einsiedeln), Sepp Marty (FDP, Unteriberg), Daniel Landolt (Mitte, Freienbach), Max Helbling (SVP, Steinerberg), Sonja Zehnder (GLP, Einsiedeln), Samuel Lütolf (SVP, Küssnacht), Rita Marty (Altendorf, parteilos) und Lorenz Ilg (GLP, Bäch).
Quelle: Bote der Urschweiz / Marchanzeiger